Ein- und Ausblicke

Im topographischen Spannungsfeld zwischen Rheinaue und dem Höhenrücken der Endmoräne wird Kleve mit seinen historischen Grünstrukturen und Parkanlagen durch ein Geflecht aus heute noch teilweise erlebbaren Sichtachsen und Raumbezügen geprägt und gegliedert. Basierend auf historischen „Einblicken“, d.h. einer behutsamen Auseinandersetzung mit der Historie und den vorhandenen landschaftlichen Strukturen des Ortes, wird ein neuer, visionärer „Ausblick“ für Kleve in die Zukunft entwickelt.

„Ein- und Ausblicke“ bedeuten nicht nur ein visuelles Erleben des Ortes, sondern sind elementare menschliche Vorgänge der landschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Aneignung und reflektieren das Spannungsfeld von „nah und fern“, von „oben und unten“, von „Detail und Ganzheitlichkeit“, von „introvertiert und extrovertiert“, von „Innen und Außen“.

Die Arbeit „Ein- und Ausblicke“ vermittelt und verbindet zwischen den Raumstrukturen Stadt, Park, Gärten, Wald, Wasser, Landschaft und Natur. Dabei werden vor allem im Hangbereich Sichtachsen „von oben“ (Stadtraum) „nach unten“ (Landschaftsraum) und umgekehrt wiederhergestellt und durch neue Wegebeziehungen und Erlebnisräume vor allem östlich der Kermisdahl ergänzt. Der Entwurf greift den ursprünglichen Gedanken der Landschafts- bzw. Raumgestaltung auf, Achsen sternförmig auf einen Fokuspunkt zu lenken. Die markante Form des Sichttrapezes wird formal auf andere Grünstrukturen wie Gärten, Aussichtspunkte, Plätze und Pflanzflächen transformiert – „Gelenkte Blicke“.

AUFTRAGGEBER: Landesgartenschau Kleve 2029 gGmbH

LEISTUNG: Ideen- und Realisierungswettbewerb

GRÖSSE DES PLANGEBIETS: ca. 23 Hektar

Illustrator: Studio Mau